Angriffe auf die deutsche Wirtschaft: Spur führt immer öfter zu ausländischen Geheimdiensten

In den vergangenen zwölf Monaten wurden viele Unternehmen sowohl klassisch als auch auf digitalem Weg angegriffen. 60 Prozent waren vom Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten betroffen oder vermuten dies, 37 Prozent vom Diebstahl physischer Dokumente, Muster oder Bauteile, 33 Prozent vom Abhören von Besprechungen vor Ort und 23 Prozent von physischer Sabotage von Produktionssystemen oder Betriebsabläufen.

Dabei sind auch digitale Angriffe weit verbreitet. 57 Prozent der Unternehmen waren sicher oder vermutlich von digitaler Sabotage betroffen, 54 Prozent vom Ausspähen ihrer Kommunikation und 45 Prozent vom digitalen Diebstahl von Geschäftsdaten.

Bei den von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Unternehmen konnten 37 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Angriff einem fremden Nachrichtendienst zuordnen. Vor einem Jahr waren es noch 28 Prozent, 2023 sogar erst 7 Prozent.

Dabei konnten mehr als die Hälfte der betroffenen Unternehmen (52 Prozent) mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen. Dahinter folgt Russland mit 49 Prozent. Im Vorjahr lagen die Werte noch bei jeweils 46 Prozent.

Alle Inhalte auf einen Blick:

  • Einschätzung der Bedrohung durch analoge und digitale Angriffe
  • Betroffenheit von analogen und digitalen Angriffen
  • Angriffsarten
  • Tätergruppen und Herkunftsregionen
  • Entwicklung und Stand des Gesamtschadens
  • Einschätzung der Bedrohung durch Cyberattacken
  • Entwicklung und Anteil des Gesamtschadens durch Cyberattacken
  • Bedeutung von Künstlicher Intelligenz bei Cyberattacken
  • Investitionsbereitschaft in Cybersicherheit

Präsentation zum Download

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Unternehmen ab 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 1 Mio. Euro in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 16 bis KW 23 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Aufgrund der deutlich gewachsenen Unsicherheit in den Unternehmen weist Bitkom in diesem Jahr erstmals einen Schadenskorridor aus, dessen unteres Ende bei 211 und dessen oberes Ende bei 270,8 Milliarden Euro liegt. Grundlage ist wie in den Vorjahren eine Hochrechnung. Sie basiert am unteren Ende auf den Schäden, die jene Unternehmen beziffern, die im Untersuchungszeitraum einen Angriff sicher nachweisen können. Im Szenario zur Berechnung des oberen Endes des Korridors wird der über den Fünfjahres-Durchschnitt überschießende Teil der 2026 vermutlich betroffenen Unternehmen in die Hochrechnung einbezogen. Im Schnitt der Jahre 2021-2025 lag der Anteil der vermutlich betroffenen Unternehmen bei 10 Prozent, 2026 bei 29 Prozent.  

 

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