Trinkgeld per Terminal: Nur 3 von 10 finden vorgeschlagene Beträge praktisch
-
Knapp zwei Drittel beobachten dadurch höhere Trinkgeldbeträge
-
Bei digitalem Trinkgeld sind die Deutschen grundsätzlich gespalten
-
Gerade Ältere zweifeln, ob digitales Trinkgeld beim Personal ankommt
Berlin, 31. März 2026 – Ob beim schnellen Kaffee am Morgen, nach dem Restaurantbesuch zum Mittag oder an der Bar am Abend – in vielen Geschäften und Gastronomiebetrieben wird beim elektronischen Bezahlen inzwischen eine Trinkgeldoption auf dem Kartenterminal angezeigt, oft mit vorgeschlagenen Beträgen. Diese Funktion kommt aber längst nicht überall gut an: Nur knapp 3 von 10 Deutschen (29 Prozent) finden vorgeschlagene Trinkgeldbeträge beim elektronischen Bezahlen praktisch. Besonders skeptisch zeigen sich ältere Menschen: Unter den Über-65-Jährigen liegt die Zustimmung mit 22 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Insgesamt rund zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen sagen, vorgeschlagene Trinkgeldbeträge führen dazu, dass mehr Trinkgeld gegeben wird als ursprünglich geplant. 68 Prozent finden es nicht angemessen, auf dem Kartenterminal nur Trinkgeldbeträge ab 10 % anzuzeigen. „Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit Leitplanken. So wird die Entscheidung vereinfacht, gleichzeitig beeinflussen die Vorgaben damit oft die Höhe des Trinkgelds“, so Alina Stephanie Bone-Winkel, Bereichsleiterin Digital Banking & Financial Services beim Bitkom. „Dabei sind Transparenz und eine ausgewogene Auswahl entscheidend, damit Kundinnen und Kunden sich nicht unter Druck gesetzt fühlen.“
Grundsätzlich ist die Meinung zum digitalen Trinkgeld geteilt: Eine knappe Mehrheit von 55 Prozent der Deutschen findet, es sollte Standard sein, Trinkgeld auch digital geben zu können. Weniger überzeugt sind auch hier die Ältesten ab 65 Jahren mit 51 Prozent. Eine Rolle könnte dabei auch Vertrauen spielen: Insgesamt vertrauen nur 52 Prozent der Deutschen darauf, dass digitales Trinkgeld vollständig beim Personal ankommt. Auch hier gibt es aber Altersunterschiede: Besonders hoch ist das Vertrauen bei den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren (63 Prozent). Deutlich skeptischer sind hingegen die 50- bis 64-Jährigen (47 Prozent) sowie die Über-65-Jährigen (48 Prozent).
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 9 bis KW 12 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie persönlich oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“.
