Mehr Diversität in der IT: Für 4 von 5 Unternehmen sind interne Ziele ein Thema

  • 78 Prozent sehen diverse Teams als Gewinn für Betriebsklima und Unternehmenskultur

  • Pride Month: Bitkom veröffentlicht Umfrage zu Diversität in der IT-Branche

Berlin, 31. Mai 2024 – Teammitglieder unterschiedlichen Alters oder Herkunft, vielfältige Geschlechter­identitäten oder ein höherer Anteil von Frauen in Führungspositionen – Vielfalt erweitert den Blick, fördert Kreativität und damit mehr Innovationskraft. Davon sind die meisten Unternehmen der IT-Branche überzeugt und wollen entsprechend die Diversität in ihren Reihen erhöhen. Für insgesamt 77 Prozent der IT-Unternehmen sind feste Ziele dabei ein Thema: 4 von 10 IT-Unternehmen (39 Prozent) haben demnach bereits feste Ziele zur Erhöhung der Diversität in ihrer Belegschaft verankert. Bei 13 Prozent gibt es konkrete Ziele mit Zeitplan, weitere 26 Prozent wollen die Diversität generell steigern. 9 Prozent planen solche Zielsetzungen derzeit konkret, weitere 29 Prozent diskutieren sie. Für ein Fünftel (21 Prozent) ist die Verankerung von Diversitätszielen aktuell hingegen kein Thema. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 IT-Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom anlässlich des internationalen Pride Month im Juni.

Allgemein wird unter Diversität eine Vielfalt in Bezug auf Alter, Geschlecht, ethnische und soziale Herkunft, sexuelle Orientierung sowie physische und psychische Verfassung verstanden. So sieht es auch die Bitkom-Branche: 82 Prozent der IT-Unternehmen sagen, für sie umfasst Diversität mehr als Geschlecht und Alter. Und die große Mehrheit ist davon überzeugt, dass eine solche Vielfalt den Unternehmenserfolg fördert: 73 Prozent der IT-Unternehmen beobachten, dass diversere Teams neue Ideen und Perspektiven in das Unternehmen bringen. Drei Viertel der IT-Unternehmen (78 Prozent) geben an, dass divers zusammengesetzte Teams zu einem besseren Betriebsklima beitragen und sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken. 76 Prozent sagen, im Wettbewerb um Fachkräfte brauche es mehr Offenheit für Vielfalt.

„In der IT ist für alle Platz, sie ist bunt und international. Die digitale Wirtschaft lebt davon, dass unterschiedliche Menschen zusammenkommen und sie aus ihrer jeweiligen Perspektive mitgestalten. Mit diversen Teams können Unternehmen nicht nur wirtschaftlich erfolgreicher sein, sie fördern auch eine inklusive Gesellschaft“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Rund die Hälfte hat feste Zuständigkeiten für Erhöhung der Diversität festgelegt

Für die Förderung der Diversität wurden in mehr als der Hälfte der IT-Unternehmen (54 Prozent) feste Zuständigkeiten benannt. Bei den allermeisten liegt die Zuständigkeit im Personalbereich/HR (29 Prozent), gefolgt von der Geschäftsführung beziehungsweise bei der oder dem CEO (27 Prozent). In jeweils 3 Prozent der IT-Unternehmen sind Diversity-Verantwortliche beziehungsweise Gleichstellung-Beauftragte verantwortlich.

Engagement und Haltung zu zeigen, kommt gut an: 77 Prozent sagen, ein klares Bekenntnis zu Diversität ist förderlich für die Außenwirkung des Unternehmens. Gleichzeitig sind nicht alle davon überzeugt, dass diesen Worten immer Taten folgen: 42 Prozent meinen, die Förderung der Diversität diene häufig nur dem Eigenmarketing, in der Praxis solle sich im Unternehmen gar nichts ändern. Rohleder: „Vielfalt muss gelebt werden. Dazu müssen Unternehmen Ziele formulieren und evaluieren, Zuständigkeiten benennen und Prozesse anpassen.“

Der Pride Month findet jährlich vom 1. bis 30. Juni statt und wird weltweit gefeiert. Initiiert wurde der Aktionsmonat von der LGBTQ+-Community. Dabei finden neben Festzügen weitere Events und Kampagnen statt, in welchen auch auf weiterhin bestehende Diskriminierung und Stigmatisierung aufmerksam gemacht wird.

 

 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 503 Unternehmen ab 10 Beschäftigten in Deutschland befragt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ für die ITK- und CE-Unternehmen in Deutschland, hier zusammengefasst als „IT-Unternehmen“. Dazu gehören Unternehmen der Telekommunikation, Anbieter von Software und IT-Services sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, Geräten der Telekommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik. Die Interviews wurden mit der Führungsebene, Entscheiderinnen und Entscheidern und Personalchefinnen und -chefs durchgeführt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 1 bis KW 6 2024 statt. Die Fragen lauteten: „Hat sich Ihr Unternehmen interne Ziele gesteckt in Bezug auf die Erhöhung der Diversität?“, „Wer ist in Ihrem Unternehmen für das Thema Diversität zuständig?“ sowie „Ich lese Ihnen nun einige Aussagen zum Thema Diversität in IT-Unternehmen vor. Bitte sagen Sie mir, inwiefern die folgenden Aussagen Ihrer Meinung nach voll und ganz oder eher zutreffen bzw. eher nicht oder überhaupt nicht zutreffen.“ 

 

Anja Weber Portrait
Anja Weber
Head of Bitkom Research
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