Jeder Fünfte hat schon eine App auf Rezept erhalten
-
56 Prozent der Menschen in Deutschland kennen die App auf Rezept
-
49 Prozent wünschen sich mehr Informationen dazu
-
Neue Bitkom-Studie zur Situation der App-Anbieter
Berlin, 30. Oktober 2026 – Übungen bei Rückenschmerzen, Unterstützung bei Depressionen oder Hilfe beim Umgang mit chronischen Erkrankungen: Ärztinnen und Ärzte können digitale Gesundheitsanwendungen, sogenannte Apps auf Rezept, verschreiben, um Patientinnen und Patienten im Alltag bei ihrer Behandlung zu unterstützen. Inzwischen kennt mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (56 Prozent) die App auf Rezept. Jede und jeder Fünfte (20 Prozent) hat bereits eine solche Verschreibung bekommen, 15 Prozent haben sie auch eingelöst. Weitere 36 Prozent haben schon davon gehört, bislang wurde ihnen aber noch kein App verschrieben. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.132 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. „Wer Wochen oder gar Monate auf einen Arzt- oder Therapietermin warten muss, sollte in dieser Zeit nicht allein gelassen werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
Apps können lange Wartezeiten auf Arzttermine überbrücken
44 Prozent der Menschen in Deutschland würden eine App nutzen, um lange Wartezeiten auf eine Behandlung zu überbrücken. Ein Drittel (33 Prozent) ist der Meinung, dass eine App auf Rezept die Behandlung im Alltag erleichtert. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Orientierung: 49 Prozent sind der Auffassung, dass Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufiger darüber informieren sollten. Einige sehen jedoch noch keinen persönlichen Nutzen: 41 Prozent meinen, eine App auf Rezept könne ihnen nicht weiterhelfen, 27 Prozent verstehen ihren Nutzen nicht.
„Wem eine App auf Rezept helfen würde, sollte auch von dem passenden Angebot erfahren“, so Rohleder. „Dafür brauchen Ärztinnen und Ärzte einen guten Überblick über die Anwendungen, und für Patientinnen und Patienten muss der Weg von der Verordnung bis zur Nutzung möglichst einfach sein.“
Für Anbieter der App auf Rezept ist die Lage kritisch
Während die Apps bei Patientinnen und Patienten grundsätzlich bekannt sind, hat sich die wirtschaftliche Lage vieler Anbieter der App auf Rezept nach eigener Einschätzung verschlechtert. In einer separaten Bitkom-Befragung unter 34 Unternehmen, die Apps auf Rezept entwickeln oder anbieten, geben 85 Prozent an, dass sich die Situation ihres Unternehmens in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert hat. Zugleich bewerten 76 Prozent die Investitionssicherheit unter den aktuellen Rahmenbedingungen als gering oder sehr gering. Rohleder: „Die App auf Rezept eröffnet digitalen Therapien einen geregelten Weg in die Gesundheitsversorgung und kann gerade angesichts knapper medizinischer Fachkräfte helfen, Versorgungslücken zu schließen. Damit Unternehmen weiter investieren und neue Angebote entwickeln, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und planbare Anforderungen.“ Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen plant die Hälfte der Anbieter (50 Prozent), in den kommenden 24 Monaten weitere Apps auf Rezept auf den Markt zu bringen.
Die vollständigen Ergebnisse der Anbieterbefragung stehen im neuen Bitkom-Studienbericht online bereit unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Digitale-Gesundheitsanwendungen-DiGA-2026.
Grundlage der Angaben sind zwei Umfragen. Die Bevölkerungsbefragung hat Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt. Dazu wurden 1.132 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 35 bis KW 39 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Kennen Sie die App auf Rezept bzw. sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen – kurz: DiGAs?“ und „Welche Aussagen treffen auf Sie oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“.
Die Anbieterbefragung hat der Bereich Health des Digitalverbands Bitkom durchgeführt. Dabei wurden 34 Unternehmen in Deutschland, die Apps auf Rezept entwickeln oder anbieten, online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum KW 23 bis KW 27 2026 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild.
