Deutsche sind in durchschnittlich fünf Gruppenchats – lesen aber nur drei

  • 8 Prozent sind in zehn oder mehr Gruppenchats

  • Zwei Dritteln helfen sie für Termine und Infos

  • Mehrheit fühlt sich von vielen Nachrichten gestresst – 4 von 10 trauen sich trotzdem nicht auszutreten  

Berlin, 14. Januar 2026 - Ob mit der Familie, dem Freundeskreis, dem Sportverein oder den anderen Kita-Eltern – Chatgruppen in Messengern wie WhatsApp, Signal oder Threema gehören für die Mehrheit inzwischen zum Alltag. Insgesamt 63 Prozent der Deutschen sind Teil von solchen Gruppenchats. Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren nutzen sie mit sogar 72 Prozent am meisten, unter den Ältesten ab 65 Jahren mit 43 Prozent im Altersvergleich am wenigsten. In nur einem einzigen Gruppenchat sind demnach insgesamt 13 Prozent der Deutschen Mitglied, in zwei bis vier Gruppen ist ein Viertel (25 Prozent) und in fünf bis neun sind 17 Prozent. In sogar zehn oder mehr Gruppenchats sind 8 Prozent der Deutschen. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.  

Im Durchschnitt sind die Deutschen demnach Mitglied in fünf Gruppenchats. Grundsätzlich findet eine Mehrheit diese durchaus nützlich: Zwei Drittel (66 Prozent) der Nutzerinnen und Nutzer von Gruppenchats verpassen nach eigenen Angaben dadurch seltener wichtige Termine oder Infos. Aber nicht alle Gruppenchats scheinen einen solchen Mehrwert zu liefern: Regelmäßig genutzt – also gelesen oder für eigene Nachrichten verwendet – werden im Schnitt nur drei Gruppenchats. „Gruppenchats sind für viele ein praktisches Werkzeug, um Termine abzustimmen, Informationen auszutauschen oder einfach in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig können sie durch die Vielzahl an Nachrichten auch überfordern“, so Dr. Sebastian Klöß, Consumer-Technology-Experte beim Bitkom.

Viele Menschen, viele Nachrichten, viele Meinungen – bei einigen führt es zur Überforderung. So fühlen sich 63 Prozent der Menschen in Gruppenchats gestresst, wenn viele neue Nachrichten darin auflaufen. 40 Prozent sind manchmal sogar so genervt, dass sie Gruppenchats stummschalten. Ganz auszutreten, trauen sich aber viele dann doch nicht: 45 Prozent haben das Gefühl, Gruppenchats nicht einfach verlassen zu können, selbst wenn sie sie stören. „Auch im digitalen Raum empfinden viele – ähnlich wie im persönlichen Miteinander face-to-face – einen gewissen sozialen Druck. Viele bleiben in Gruppen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Dabei muss in der Regel eigentlich niemand in jedem Chat dauerhaft präsent sein“, so Klöß. 

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 41 bis KW 46 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Nun soll es um Gruppenchats in Messengern wie WhatsApp, Signal oder Threema gehen. In wie vielen solcher privaten Gruppenchats sind Sie?“ und „Und wie viele davon nutzen Sie regelmäßig, also lesen oder schreiben darin Nachrichten?“ sowie „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zu bzw. nicht zu?“. 

 

Monika Thiel
Monika Thiel
Research Consultant
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