Per Webcam aufs Feld und in den Stall – breites Interesse an digitaler Verbraucherinformation

  • Digitale Technologien machen den Lebensmitteleinkauf transparenter
  • Die Hälfte würde per Livestream Tierhaltung beobachten
  • Freitag startet die internationale Grüne Woche in Berlin

Berlin, 18. Januar 2023
Vom Bauernhof um die Ecke, aus dem Nachbarland oder von ganz weit her – durch digitale Anwendungen lässt sich immer leichter bereits am Supermarktregal herausfinden, woher Gemüse und Obst, Fisch und Fleisch kommen und was genau in den Produkten steckt. Besonders Live-Einblicke in die Lebensmittelproduktion kommen bei den Kundinnen und Kunden gut an. Die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher (50 Prozent) hat Interesse, per Webcam in den Tierstall zu schauen: 6 Prozent nutzen dies bereits, 44 Prozent können sich das in Zukunft vorstellen. Ähnlich viele interessieren sich für Einblicke in den Obst- und Gemüseanbau. Per Webcam dabei zuzusehen können sich 42 Prozent vorstellen, bisher nutzen erst 3 Prozent diese Möglichkeit. Aber auch was aus Korn und Apfel nach der Ernte wird, möchten die Konsumentinnen und Konsumenten genauer wissen. Bei der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln schauen bereits 2 Prozent online zu, vorstellen kann sich dies aber jeder Vierte (24 Prozent). Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

„Verbraucherinnen und Verbraucher wollen heute genauer wissen, was auf ihren Teller kommt. Digitale Technologien eröffnen hier neue Wege, die Transparenz auf dem Lebensmittelmittelmarkt zu erhöhen und ermöglichen es somit, bewusstere Kaufentscheidungen zu treffen. Gerade die Lebensverhältnisse in der Tierhaltung werden durch Angebote wie Livestreaming transparenter, das stärkt das Verbrauchervertrauen in die Bemühungen von Landwirtinnen und Landwirten für mehr Tierwohl“, so Andreas Schweikert, Bereichsleiter für Digital Farming und Food Tech beim Bitkom. „Darüber hinaus lassen sich per Smartphone aber auch ausführlichere Details zu Anbaubedingungen und Nährwerten abrufen als es ein paar Zeilen auf dem Etikett erlauben. Mit Hilfe verschiedener digitaler Angebote wird so die gesamte Produktions- und Lieferkette Schritt für Schritt nachvollziehbar.“

Bereits 39 Prozent haben sich schon einmal per Barcode- oder QR-Code-Scanner auf dem Smartphone über Herkunft und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln informiert. Weitere 43 Prozent können sich dies grundsätzlich vorstellen. Direkt auf der Webseite der Händler oder Hersteller suchen hingegen nur 16 Prozent aller Befragten nach Produktinformationen, für 26 Prozent kommt dies in Zukunft in Frage.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dazu wurden 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Dank digitaler Technologien gibt es bereits Möglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher, nachzuvollziehen, woher Lebensmittel kommen und was in ihnen steckt. Welche der folgenden Angebote haben Sie bereits genutzt, bzw. würden Sie gern nutzen?“ 
 

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Greta Schnaack
Greta Schnaack
Research Consultant
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